Neue Auftraggeber

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Die Neuen Auftraggeber
von Berlin Tempelhof

Sartep Namiq

Foto: Alexander Koch

Temple of Refuge

Auftraggeber: Sartep Namiq,

Auftrag: Ich wünsche mir eine optimistische Geschichte über Flucht und Neuanfang. Ich will ein Comic ohne Worte und nur aus Bildern, das jeder lesen kann, und das allen Menschen Mut macht.

Mediator: Alexander Koch,

Künstler: Felix Mertikat, Bruce Sterling,

Hauptförderer: Institut für Auslandsbeziehungen, Auswärtiges Amt, Berlin, Fondation de France,

Zeitraum: 2016 – 2021

Die Vielfalt der unterschiedlichen Hintergründe von Menschen machen eine Gesellschaft aus – und bereichern sie. Der junge irakische Kurde Sartep Namiq möchte die positive Wahrnehmung einer vielfältigen, sich gemeinsam entwickelnden Gesellschaft stärken. Er beauftragt ein Comic-Buch, das auf populäre und allgemeinverständliche Weise die kreativen und progressiven Einflüsse geflüchteter Menschen auf ihren neuen Lebensort zeigt.

Im Herbst 2015 wurde auf dem stillgelegten Flughafen Berlin Tempelhof – einem der größten Infrastrukturprojekte des Naziregimes – eine temporäre Unterkunft für Geflüchtete errichtet. Zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern der Unterkunft, darunter Sartep Namiq, und den Co-Mediator*innen der Neuen Auftraggeber Natasha Aruri und Soran Ahmet begann im Frühjahr 2016 ein Austausch über die Bedürfnisse der Neu-Berliner, die auf Anerkennung hofften.

Im Lauf der Gespräche entwickelt Sartep Namiq die Idee für ein Comicbuch, das ohne Worte Menschen auf der ganzen Welt erreichen kann. Er beauftragt den amerikanischen Autor Bruce Sterling, einen Pionier der Cyberpunk-Literatur, ein Skript zu entwickeln, das von dem realen Ort der Unterkunft in Tempelhof ausgeht. Sterling erfindet die Vision einer Zukunft, in der in Windeseile eine neue Stadt entsteht, die die Wünsche, die Träume und das Können aller verkörpert und in der Sartep Namiq als Held die Hauptrolle spielt.

Im nächsten Schritt beauftragt Namiq den deutschen Künstler Felix Mertikat, den Comic umzusetzen. Unter Mertikats Anleitung und im Austausch mit dem Mediator Alexander Koch wirken Christoph Tauber und Matthias Zuber als Autoren an der Entstehung der Geschichte mit. Daneben bringen auch Geflüchtete ihre Perspektive ein. Das Projekt lernt und entwickelt sich.

Felix Mertikat

In der Science-Fiction-Geschichte wird der Flughafen Tempelhof zum Zentrum der Welt. Ein Ort der Zuflucht für alle, die keinen anderen Ort mehr haben – und für die Vielen, die unversehens zu ihnen stoßen, um Teil des Geschehens zu sein. Denn während nur eines Tages, vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang, verwandelt sich der Flughafe­n Tempelhof in einen Ort voller Imagination, Magie und Schaffenskraft. Dank des jungen Sartep, der eine Möglichkeit findet, die Wünsche und Träume der Einwohner von Tempelhof Wirklichkeit werden zu lassen, entsteht urplötzlich eine neue Stadt, eine neue Gemeinschaft, ein besseres Leben für alle. Tausende Menschen strömen von überall her auf das Flughafengelände um bei dem außerordentlichen Ereignis dabei zu sein und die neue urbane Welt mit zu erschaffen.

2021 wird das Comicbuch in einem renommierten deutschen Verlag erscheinen. Es soll das Vorstellungsvermögen für den Blick auf eine Welt öffnen, in der jeder gesehen wird und in der man sich zuhört. Gezeigt wird eine Wirklichkeit, in der wir unterstützt und ermächtigt werden, ein Gemeinwesen von Menschen zu sein, in dem die Fähigkeiten jedes Einzelnen wertvoll für das Zusammenleben sind. Durch Kooperationen mit Medien und Flüchtlingshilfsorganisationen in Deutschland wie auch in Herkunftsländern soll das Buch eine breite Zielgruppe erreichen.

„Wenn nur ein einziger Mensch diese Geschichte liest, hat es sich gelohnt.“

  • Sartep Namiq

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