Neue Auftraggeber

EnglishDeutsch

Die Neuen Auftraggeber
von Steinhöfel

Alte Fotografie aus Steinhöfel

Gemeinsam gut älter werden

Auftraggeber*innen: Bürger*innen von Steinhöfel: Steffen Adam, Regina Funke, Jane Gersdorf, Annegret Huth, Mela Meierhans, Kerstin Neitsch, Beatrix Oppermann, Hannegret Richter,

Mediator*in: Lena Ziese,

Künstler*innen: Rimini Protokoll, ConstructLab,

Hauptförderer: Kulturstiftung des Bundes,

Zeitraum: 2019 –

Älter wird jeder. Aber darüber sprechen viele nicht so gerne. Die Neuen Auftraggeber von Steinhöfel sind sich sicher: Die Herausforderungen, die das Älterwerden auf dem Land mit sich bringt, sind existenziell und gehen alle an.

Sie wollen die Menschen aus den zwölf Dörfern ihrer Gemeinde mit einem künstlerischen Projekt über das gemeinsame Älterwerden näher zusammenbringen. Gemeinsam mit dem Autorenkollektiv Rimini Protokoll und dem Design- und Architekturnetzwerk ConstructLab wollen sie die Handlungsmöglichkeiten und das Gemeinschaftsgefühl für ein selbstbestimmtes Altern auf dem Land stärken.

Aus einem Workshop zur Auftragsformulierung

Das Kunstprojekt soll sich zwischen den Dörfern von Steinhöfel aufspannen. Im Rahmen des Projektes werden die Dörfer der Gemeinde deshalb zu Erzählern füreinander. Im Austauschen von Geschichten werden gewachsene Verbindungen wieder sichtbar, die durch Umstrukturierungen in Vergessenheit geraten sind, oder neue Bande entstehen, wo es zuvor nie welche gab.

Das Wiederentdecken und Erfinden von Gemeinsamkeiten und die daraus vor Ort entstehenden künstlerischen Impulse sollen langfristig den Rahmen für nachhaltige eigene Aktivitäten bieten, in denen sich die Menschen der Gemeinde beim Älterwerden unterstützen.

Eine alte schwarz-weiß-Fotografie aus Steinhöfel zeigt drei alte Menschen, die auf einer Bank im Dorf sitzen. Sie sind mittendrin, sichtbar, ansprechbar. Die vergangene Szene ist zugleich das Bild einer möglichen Zukunft. Geteilte Geschichte(n) der Gemeinde werden die Grundlage einer gemeinsamen Zukunftsgestaltung.

Wir wollen in einem Dialog der zwölf Dörfer der Gemeinde Steinhöfel neue Möglichkeiten finden, einander gegenseitig beim Älterwerden zu unterstützen.

In der Recherchephase des Projekts haben Rimini Protokoll und ConstructLab begonnen, die Dörfer von Steinhöfel zu besuchen. Dabei haben sie nach den einfachsten Geschichten gefragt, die Menschen verschiedener Generationen einander weitergeben – und nach den Rezepten, mit denen sie jeden Tag ihr Leben meistern. Denn jede Generation hat ihre Rezepte: Für den besten Kuchen, für eine glückliche Ehe oder dafür, wie man am besten einen Zaun repariert. Es sind nicht nur klassische Kochrezepte, sondern auch Lebensrezepte oder Bauanleitungen.

Diese Dorfrezepte sind die Tricks und Kniffe des Alltags in den Dörfern – des Alltags, in dem auch das Älterwerden stattfindet. Sie verraten viel über die Dörfer. Mit ihnen lernen sich die Menschen aus Steinhöfel besser kennen und zeigen den Künstlergruppen, welche lokalen, ja privaten Wissenschätze allerorten existieren.

Gemeinsam alt werden heißt Alltag teilen: Die Dorfrezepte werden öffentlich und bieten im weiteren Verlauf des Projektes die Materialgrundlage für vielfältige Auseinandersetzungen mit dem Älterwerden in Gemeinschaft. Wenn es darum gehen wird, Orte erzählend neu zu beschreiben und Bleibendes zu schaffen, dann werden die Künstler*innen dort ansetzen, wo die Rezepte aufhören.

Postkartengestaltung zum Sammeln von Dorfrezepten

Projektarchiv

Results